September 9, 2009

Transalpine-Run – Tagesberichte 1. bis 3. Etappe

Die ersten drei Etappen waren sehr anspruchsvoll, die Wege im hochalpinen Gelände zum Teil noch schneebedeckt. Aufgrund des idealen Wetters aber eine Wucht! Der helle Wahnsinn, diese happigen Aufstiege, dann die Blicke auf die schneebedeckten 3000-er und dann die Abstiege. Alles andere als «Autobahnen».

von Felix Benz

1. Etappe
(Samstag, 5. September 09) von Oberstdorf nach Lech über 35 Km
2543 Höhenmeter im Aufstieg, 1915 Höhenmeter im Abstieg
Kein «Einlaufen»
Das Wetter stimmte heute morgen: Es gab noch leichte Restbewölkung aber absolut trocken, wobei die Strecke in vielen Passagen von den Niederschlägen gezeichnet war. Und oberhalb 2000 Meter waren die Berge mit Neuschnee bezuckert. Und unser höchster Punkt war heute auf 2200 Meter über Meer. Ein fantastischer An- und Ausblick! Das Weiss war aber absolut kein Problem, vorausgesetzt, die Konzentration bei den steilen Abstiegen ist vorhanden. Bei mir und Fausto war dies der Fall, wir hatten die vielen Auf- und Abstiege nebst einem kleinen Ausrutscher im Griff. Auf den letzten Kilometern von Warth nach Lech konnten wir sogar noch etwas zusetzen und erreichten das Ziel in Lech nach 5:08 Std. auf Platz 18, am Start waren 79 Teams in unserer Kategorie (Master). Schnell gings nach dem Zieleinlauf in unser Hotel. Duschen und Massage war angesagt und auch die stark verschmutzten Schuhe und Kleider erfuhren eine gründliche Reinigung. Der Zielschluss war heute um 18.00 Uhr. Alle 9 Alpinrunner-Teams haben die Strecke unter diesen 8 Stunden gelaufen. Die Bestzeit erzielte Team 1 mit Marco Jäger mit 4:29 Std. Die Tagesbestzeit ist 3:35 Std. gelaufen durch ein Team aus England. Eine Wahnsinns-Zeit!. Wie jeden Tag gibts auch heute eine Pastaparty und anschliessend die Ehrung der Tagesbesten, die ersten und schönsten Bilder des Tages werden gezeigt und dann auf die nächste Etappe eingestimmt. Diese führt nach St. Anton am Alberg. Ich und meine Alpinrunner-Freunde freuen uns auf morgen.

2. Etappe
(Sonntag, 6. September 09) von Lech nach St. Anton über 24 Km
2014 Höhenmeter im Aufstieg, 2169 Höhenmeter im Abstieg
An Fixseilen auf 2700 Meter über Meer
Der zweite Streckenabschnitt von Lech nach St. Anton am Arlberg war zwar mit 24 Kilometer Länge etwas kürzer als die erste Etappe, aber das Profil war dafür besonders extrem. Der Höchste Punkt war auf 2700 Meter über Meer. Und auf dieser Höhe herrschen tiefste Temperaturen und diese führten dazu, dass der Schnee vom Freitag nicht geschmolzen war. Somit galt grösste Vorsicht auf diesen Streckenabschnitten im hochalpinem Gelände. Zur Verminderung der Ausrutschgefahr hat der Organisation verschiedene Massnahmen getroffen: Der Start wurde um zwei Stunden auf 10.00 Uhr verschoben, damit konnte die Sonne die meisten Schnee- und Eisflächen auftauen, bis die Läufer die hochalpinen Passagen erreichten. Und zur Verbesserung der Sicherheit bei der Passage des Vallugagrates oberhalb von St. Anton, wurden extra Fixseile montiert. Fausto und ich haben auch diese extremen Herausforderungen der 2. Etappe erfolgreich bewältigt und das Ziel überglücklich und tief bewegt von den überwältigenden und fantastischen Berglandschaften erreicht. Die Rangierung ist nicht wesentlich aber doch erfreulich, konnten wir uns doch erneut mit der Zeit von 4 Stunden und 1 Minute unter den 20 besten Teams der Master-Wertung klassieren. Wir stehen damit auf dem 17. Zwischenrang.

3. Etappe
(Montag, 7. September 09) von St. Anton nach Galtür über 35 Km
2437 Höhenmeter im Aufstieg, 2134 Höhenmeter im Abstieg
Kaiserwetter auch am 3. Tag
Das Wetter war wie bei den ersten beiden Etappen auch am dritten Lauftag hervorragend. Die hochalpine Strecke präsentierte sich in bestem Zustand, der Schnee war in der Zwischenzeit auf der ganzen Strecke geschmolzen. Auch die dritte Etappe war sehr anspruchsvoll und verlangte von den Teams alles ab. 35 Kilometer mit zwei langen Aufstiegen über total 2400 Höhenmeter haben die Teams zwischen dem Startort St. Anton am Arlberg und dem Ziel in Galtür im Paznauntal bewältigt. Auch Fausto und mir gelan diese Aufgabe ausgezeichnet und wir erreichten nach 5 Stunden und 39 Minuten müde aber glücklich das Ziel. Wir bleiben damit auf dem 17. Gesamtrang. Doch Zeit und Klassierung sind uns bei diesem 8-tägigen Laufanlass nebensächlich. Wichtig ist für uns der immense Erlebniswert, den wir bisher geniessen durftren. Besonder die heutige dritte Etappe war diesbezüglich der helle Wahnsinn. Wir nahmen uns an verschiedenen euralgischen Punkte der Strecke die Zeit und liessen unseren Blicken freien Lauf auf die umliegenden Berggipfel und Täler. Bilder wie in einem Hochglanz-Werbeprospekt für den Transalpin-Run. Bei diesen überwältigenden Erlebnissen war sogar der Bienenstich, den ich gleich nach dem Start zu spüren bekam, kein Problem.