Bei perfektem Laufwetter fand am 9. Mai die Jubiläumsausgabe des Auffahrtslaufs in St. Gallen statt – 11 MILAs waren dabei
von Toni Schlanser
Zur 10. Austragung des Auffahrtslaufs liessen sich die Veranstalter ein paar besondere Überraschungen einfallen. Insbesondere wurde dieses Jahr erstmalig (vielleicht einmalig) ein Marathon angeboten. Aufgrund der Begrenzung der Teilnehmeranzahl auf 500 war dieser schon seit längerer Zeit ausverkauft. Einen Tag vor dem Lauf wurde ausserdem verkündet, dass alle anderen Läufe (Kinderläufe, 6 km, 10 km, Halbmarathon) mit nochmals 7’500 Startplätzen ebenfalls vollständig ausverkauft waren. Ein voller Erfolg also für die Veranstalter, zumal auch die Wetterprognose positiv aussah. Und tatsächlich… nach ausgiebigen Regenfällen in den Tagen davor wurden die Schleusen geschlossen und die vielen Läufer konnten bei angenehmen 15° C und Sonnenschein ihre Strecke unter die Füsse nehmen.
Wie immer war vorher eine schwierige Entscheidung zu treffen: offizielles AFL-Shirt anziehen? (diesmal in einer Art Regenbogenfarbe, als Ergebnis der Summe aller neun bisherigen Farben) oder doch lieber das MILA-Shirt und dafür auf das Gratis-Bier im Stadion verzichten? Nun ja, die Antwort muss jeder für sich selbst finden…
Der Verlauf der Marathon-Strecke war weitgehend identisch mit der Halbmarathon-Strecke, einfach verdoppelt mit einigen Zusatzschlaufen. Die erste verlief schon kurz nach dem Start über Winkeln, Breitfeld, Abtwil und führte die Läufer nochmals durchs Stadion (Treppe und Rampe inbegriffen). Danach folgte der Aufstieg hoch zum Gübsensee, den man einmal komplett umrunden durfte. Weiter ging’s der bekannten Strecke folgend via Güterbahnhof in die Innenstadt, vorbei am Roten Platz, durch den Klosterhof, dabei ständig angefeuert von zahlreichen Zuschauern. Die Stimmung war sehr positiv. Nach Abklatschen unzähliger Kinderhände verliessen wir die Innenstadt in Richtung Kreuzbleiche, um kurz danach steil ins Sittertobel hinabzusteigen. Doch anstatt wie üblich auf Höhe Tierheim links abzubiegen, folgte nun der herausforderndste Teil der Strecke, zumal man doch schon 24 km in den Beinen hatte. Der Sitter flussabwärts folgend, erreichte man in einem stetigen, trailartigen Auf und Ab nach rund 3,5 km den Weiler Erlenholz – wohlwissend, dass dieselbe Strecke in umgekehrter Richtung nochmals zu bewältigen war. Trotz idyllischer Landschaft war nun mentale Stärke gefragt. Ab Erlenholz folgten dann zwei Zusatzschlaufen mit Wendepunkt, eine flussabwärts auf derselben und eine flussaufwärts auf der anderen Uferseite. Die dort postierten Cheerleader des FCSG hatten vermutlich keinen einfachen Job, die abgekämpften Läufer bei Laune zu halten. Wieder oben beim Tierheim angekommen, befand man sich auf km 35 und sah langsam den «Silberstreifen am Horizont», was sich positiv auf die Moral auswirkte. Der letzte Abschnitt war wiederum bekannt – durchs Open-Air-Gelände, den «Heartbreak Hill» hoch, rüber zur Geissbergbrücke und nochmals die Stadion-Treppe hoch (nicht mehr ganz so locker wie beim ersten Mal, dafür voller Vorfreude). Dann über die Autobahn-Rampe noch rasch die letzte Gelegenheit, die Frisur zu richten und schon durfte man sich vom Publikum ins Ziel tragen lassen.
Insgesamt nahmen 11 MILAs an dieser Laufparty teil und erzielten beachtliche Ergebnisse! Besonders hervorzuheben gilt es Fredy Schmids Sieg in der AK M60 über 10 km sowie je ein zweiter AK-Platz im Marathon durch Ismael Albertin (M40) und Norbert Amann (M60). Isi lag beim Wendepunkt nach 30 km sogar auf der sensationellen 2. Overall-Position, bevor er etwas Tempo einbüsste und auf dem immer noch sehr starken 6. Rang overall ins Ziel einlief.
Folgende MILAs erliefen sich Top Ten Platzierungen in ihren Altersklassen: Askia Graf (10.) im Marathon, Ewald Lenzi (7.) im HM sowie Jessica Mitter (9.) und Denise Kägi (10.) über 10 km. Weitere MILA-Finisher waren Richard Oberdorfer (HM) sowie Patrick Schäpper, Walter Benz und Toni Schlanser (Marathon).
Herzliche Gratulation an alle und gute Erholung!
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