Gast Claudia Hüttenmoser erzählt aus ihrem bewegenden Leben
von Jeannine Oehler
Am Freitag, 15. November 2019 trafen sich -20- Mila-Mitglieder zum Trainingsleiterevent im Restaurant Sternen in Heerbrugg. Berni Litscher begrüsste die Anwesenden und erläuterte kurz den Abend. Zuerst wurden wir mit einem feinen Nachtessen von der Sternenküche verwöhnt. Die am Tisch flambierten Fleischspiesse waren ein Highlight sondergleichen. Mit Salat, Suppe und feinen Beilagen wurden wir regelrecht verwöhnt.
Anschliessend stellte uns Berni unseren Gast Claudia Hüttenmoser vor. Die heutige 52-jährige Berneckerin ist verheiratet, und hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Goldach. Claudia, erzählte uns von ihrem Unfall, der ihr ganzes Leben veränderte. Im Jahr 2003 hat sie mit ihrer Familie in Südafrika die Ferien verbracht. Mit einem Campermobil erkundeten sie die Gegend. Auf unwegsamen Pfaden geriet das Campermobil aus dem Gleichgewicht und kippte um. Claudia geriet unter dieses Fahrzeug und zog sich dort die Verletzungen zu, die sie zur Paraplegikern machte. Innert kurzer Zeit wurde sie vor Ort in eine Spezialklinik für Paraplegiker nach Kapstadt geflogen und dort sofort notoperiert. Nach 3 Wochen flog sie in die Schweiz zurück und wurde in das Paraplegikerzentrum Nottwil verlegt. Durch diesen massiven Schicksalsschlag wurde ihr bisheriges Leben völlig umgekrempelt. Sie, die vor dem Unfall so sportlich war musste sich nun ihren neuen Möglichkeiten stellen und mit sich selber auskommen. Durch einen guten und beharrlichen Freund, der sie immer wieder zum Curling mitnehmen wollte hat sie sich überreden lassen, dies einmal zu versuchen. Zu ihrem Erstaunen war es der Anfang einer neuen Leidenschaft, die sich zu einer beeindruckenden Sportlerkarriere entwickelte. Durch hartes Training (20 Stunden und mehr pro Woche) und Durchhaltewille ist sie innert einem Jahr in das Nationalteam der Curling-Paraplegiker aufgestiegen. Die Teilnahme mit ihrem Team an den Paralympics 2010 in Vancouver und 2018 in Pyeong Chang waren die Highlights dieser Sportkarriere für sich. Nach den Paralympics 2018 hat sie ihre Sportkarriere in dieser Form beendet und das Nationalteam verlassen. Heute ist sie mit ihrem Mountain-Handbike unterwegs und ihre neue Leidenschaft das Golfen lässt sie immer in Bewegung bleiben, wie sie selber sagt: «Das einzige Handicap beim Golfen ist das Handicap.» Claudia Hüttenmoser ist eine engagierte Frau, die sich in diversen Kommissionen des Paraplegikerzentrums Nottwil für Paraplegiker einsetzt und ihre Erfahrungen einbringt und weitergibt. Es scheint als hätte sie so viele Aufgaben die noch zu erledigen sind. Nach diesem interessanten Vortrag bedankte sich Berni bei Claudia Hüttenmoser für ihre beeindruckende Geschichte und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute. Für uns ist Claudia Hüttenmoser eine Frau, die aus ihrem Schicksal nicht nur das Beste, sondern das Allerbeste gemacht hat.
Zum Schluss bedankte sich Heinz Brunner, Präsident der MILA bei allen Trainingsleiter/innen für ihr Engagement. Die vielen abwechslungsreichen, qualitative hochstehenden Trainings, die während des Jahres wöchentlich von allen mitgetragen werden zeichnen die MILA aus.
Fotos: Norbert Amann








